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<title>Reden von Finanzminister Rainer Wiegard</title>
<link>http://www.rainerwiegard.de</link>
<description>Rainer Wiegard - Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein f&#252;r die CDU. Die aktuellen Pressemitteilungen:</description>
<docs>http://backend.userland.com/rss092</docs>
<language>de</language>
<item>
	<title>21. M&amp;#228;rz 2012 Landtagsdebatte zum Gesetzentwurf der Landesregierung &amp;#252;ber das Ausf&amp;#252;hrungsgesetz zur Schuldenbremse in der Landesverfassung</title>
	<link>http://www.rainerwiegard.de/reden.php?id=264</link>
	<description>Finanzminister Rainer Wiegard: Wir brauchen nicht mehr Schulden - wir haben schon genug!
Pr&amp;#228;sident Torsten Geerdts:
Ich danke dem Herrn Berichterstatter. Gibt es Wortmeldungen zum Bericht? - Ich sehe, das ist nicht der Fall. Dann erteile ich zun&amp;#228;chst f&amp;#252;r die Landesregierung Herrn Finanzminister Rainer Wiegard
das Wort.

Rainer Wiegard, Finanzminister:
Herr Pr&amp;#228;sident! Meine Damen und Herren! Ich bedanke mich bei Ihnen f&amp;#252;r die sehr z&amp;#252;gige und schnelle Beratung &amp;#252;ber das Ausf&amp;#252;hrungsgesetz. Die Differenzen sind bekannt. Wir haben sie hinreichend ausgetauscht. Zu den &amp;#252;brigen Antr&amp;#228;gen will ich mich auf zwei Punkte konzentrieren, wobei Sie m&amp;#246;glicherweise bemerken werden - vielleicht liegt es daran, dass Fr&amp;#252;hlingsanfang ist -, dass ich mir zwei Punkte herausgesucht habe, bei denen ich erkenne, dass wir m&amp;#246;glicherweise - jedenfalls einigerma&amp;#223;en - in die gleiche Richtung tendieren. 

Ich stelle mit Zufriedenheit fest, dass inzwischen auch die Sozialdemokraten den europ&amp;#228;ischen Fis-kalpakt ausdr&amp;#252;cklich begr&amp;#252;&amp;#223;en. Dazu hat es in der vergangenen Zeit ja auch schon andere Meinungs-tendenzen gegeben. Ich will mir allerdings nicht die Bemerkung ersparen, dass das nicht nur f&amp;#252;r andere gilt, sondern dass, wer Regelungen f&amp;#252;r andere begr&amp;#252;&amp;#223;t, sie zun&amp;#228;chst auch selbst erf&amp;#252;llen muss. Da haben wir noch eine ganze Menge zu tun. 

Der Anspruch auf Haushaltsdisziplin richtet sich gegen andere L&amp;#228;nder. Da bin ich erstaunt dar&amp;#252;ber, in welcher Weise insbesondere aus Deutschland und manchmal auch aus Schleswig-Holstein &amp;#252;ber die Situation beispielsweise in Griechenland hergezogen wird. Ich kann schlicht und ergreifend nur die wenigen Zahlen addieren -

(Zuruf des Abgeordneten Dr. Ralf Stegner [SPD])

- Herr Stegner, lassen Sie das einmal weg! Sie haben ja gerade gemerkt, ich bin auf dem Wege, die wenigen Konsenspunkte herauszuarbeiten, die wir m&amp;#246;glicherweise haben.

Wir sehen, dass Schleswig-Holstein 27 Milliarden € Altschulden aufget&amp;#252;rmt hat. Hinzu kommen 3 Milliarden € Schulden der Kommunen, wobei man sagen muss: Verglichen mit den Kommunen in Baden-W&amp;#252;rttemberg und auf Augenh&amp;#246;he mit Niedersachsen haben die schleswig-holsteinischen Kommunen dankenswerterweise den niedrigsten Schuldenstand pro Einwohner. Das h&amp;#228;ngt auch ein bisschen mit der Landespolitik &amp;#252;ber viele Jahrzehnte hinweg zusammen. Wenn wir die 3 Milliarden € noch hinzunehmen, haben wir 30 Milliarden € Schulden.

Da der Bund nicht eigene Wirtschaftsb&amp;#252;rger und eigene Steuerb&amp;#252;rger hat, m&amp;#252;ssen wir die anteilige Bundesschuld auch noch auf uns herunterbrechen. Das sind noch einmal 45 Milliarden €. In der Summe sind wir dann bei 75 Milliarden €, die Schleswig-Holstein an Schulden durch die eigene Wirtschaftskraft zu bewirtschaften hat. Das entspricht ziemlich exakt, also zu 100 %, dem Bruttoinlandsprodukt von Schleswig-Holstein. Dabei ignoriere ich einmal die knapp 40 Milliarden € kapitalisierte Pensionsverpflichtungen, die wir in den letzten 60 Jahren gegen&amp;#252;ber den Beamten eingegangen sind, f&amp;#252;r die in ihrer aktiven Dienstzeit keine entsprechenden R&amp;#252;ckstellungen gebildet worden sind.
100 % Verschuldung zum BIP liegt weit &amp;#252;ber dem, was wir in Maastricht verabredet haben. 

Nun gilt das f&amp;#252;r die gesamte Republik und nicht f&amp;#252;r ein einzelnes Bundesland. Guckt man einmal, wo Griechenland mit 100 % war - das war wenige Jahre vor der Finanzkrise -, stellen wir fest, dass wir keinen Grund haben, &amp;#252;berheblich zu sein, sondern eher Anlass haben, besonders intensiv daran zu arbeiten, dass sich das &amp;#228;ndert.

Damit komme ich zum zweiten Punkt. Ich glaube, dass wir eine gute und vern&amp;#252;nftige Regelung ver-einbart haben, indem wir gesagt haben, in absehbarer Zeit soll zu den vorhandenen Schulden nichts Neues mehr oben drauf kommen. Sie wissen aber auch, dass ich schon 2007 in der Diskussion um die F&amp;#246;deralismuskommission II den Versuch gemacht habe, den Bund und die L&amp;#228;nder dazu zu bewegen, nicht nur bis zum Neuverschuldungsstand null zu denken, sondern dar&amp;#252;ber hinauszudenken und den aufgelaufenen Schuldenberg ins Visier zu nehmen. 

Ich stelle mit gro&amp;#223;er Zufriedenheit fest – verstehen Sie es bitte positiv, denn ich meine es positiv -: In diesem Haus schlie&amp;#223;t sich eine gro&amp;#223;e Mehrheit diesem Gedanken durchaus an - die Gr&amp;#252;nen schon seit L&amp;#228;ngerem, andere erst seit K&amp;#252;rzerem. 

Wenn wir uns ansehen, dass Deutschland - in all diesen Diskussionen immer als Mustersch&amp;#252;ler be-zeichnet, sich selbst h&amp;#228;ufig auch als Mustersch&amp;#252;ler deklariert - inzwischen mit mehr als 2 Billionen € - Bund, L&amp;#228;nder und Gemeinden - verschuldet ist, dass diese 2 Billionen € Verschuldung &amp;#252;ber 80 % des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland ausmachen, wobei wir nur 60 % haben d&amp;#252;rften, stellen wir
fest: Es ist notwendig, dar&amp;#252;ber nachzudenken, wie wir mindestens auf diese 60 % herunterkommen.

Sieht man die Zahlen 2 Billionen, 80 % an und wei&amp;#223;, man darf nur 60 %, dann wei&amp;#223; man, man hat 20 % zu viel. Ein Viertel von 2 Billionen € sind mal eben 500 Milliarden €. Deshalb ist mein Vorschlag, in der vergangenen Woche konkretisiert, dass wir uns in Deutschland auf den Weg machen sollten, diese 500 Milliarden € &amp;#252;ber einen Zeitraum von 20, 25 Jahren in einem gemeinsamen Altschuldentildungsfonds zu tilgen, wobei jeder seinen Anteil an Zinsen selbst tr&amp;#228;gt, aber sicherstellen, dass ein bestimmter Anteil vom Steueraufkommen, beispielsweise die r&amp;#252;ckl&amp;#228;ufigen, nicht mehr ben&amp;#246;tigten Mittel zum Solidarpakt II, Aufbau Ost, zur Tilgung herangezogen wird, um in einem &amp;#252;berschaubaren Zeitraum zumindest diese 60 % zu erf&amp;#252;llen und nicht nur als Mustersch&amp;#252;ler dazustehen, sondern es auch tats&amp;#228;chlich zu sein.

Wenn wir sehen, wie die Diskussion dazu im Augenblick verl&amp;#228;uft, sollten wir in allen L&amp;#228;ndern, in denen wir dies gemeinsam tragen, in denen wir Mehrheiten haben - also auch Baden-W&amp;#252;rttemberg, Frau Kollegin Heinold, und anderen, sozialdemokratisch regierten L&amp;#228;ndern -, diese Forderung unter-st&amp;#252;tzen. Im Augenblick sind wir einsame Rufer in der W&amp;#252;ste. Die Tatsache, dass wir im Bundestag eine B-Mehrheit haben und im Bundesrat im Augenblick keine B-Mehrheit haben, sollte uns nicht dazu veranlassen, nichts zu tun. Das w&amp;#228;re die schwierigste Situation, die wir uns vorstellen k&amp;#246;nnten.

(Beifall bei CDU und FDP)

------

Vizepr&amp;#228;sidentin Dr. Gitta Trauernicht:
Ich erteile Herrn Finanzminister Rainer Wiegard das Wort.

Rainer Wiegard, Finanzminister:
Frau Pr&amp;#228;sidentin! Meine Damen und Herren! Lars Harms, ich bin immer wieder schwer beeindruckt, wenn ich von der einen Seite der Opposition h&amp;#246;re, es handele sich um Sparorgien, von der anderen
Seite dagegen: &quot;Sie haben gar nicht gespart; Sie haben &amp;#252;berhaupt noch nicht gesagt, wo Sie das machen wollen.&quot; Das ist h&amp;#246;chst interessant. Vielleicht einigt ihr euch in der Opposition einmal darauf,
welchen Vorhalt ihr machen wollt. 

(Zurufe von SPD und B&amp;#220;NDNIS 90/DIE GR&amp;#220;NEN)

- Ja, unsere Vorschl&amp;#228;ge haben den Vorteil, dass sie nicht nur zu einem gro&amp;#223;en Teil bereits auf den Weg gebracht worden sind und ihre Wirkung gezeigt haben, sondern dass sie dar&amp;#252;ber hinaus auch die Zu-stimmung des Stabilit&amp;#228;tsrates gefunden haben, der gesagt hat: Das ist der richtige Weg, damit erreicht ihr das Ziel, und jetzt m&amp;#252;sst ihr das nur noch umsetzen.

(Beifall bei CDU und FDP)

Das ist der Unterschied zu dem, was Sie hier immer wieder vorgetragen und vorgeschlagen haben. Frau Heinold, Sie m&amp;#252;ssen daraus gar keine Szene machen. Ich sage Ihnen noch einmal, was es f&amp;#252;r Differenzen gibt zwischen der Systematik, die ich &amp;#252;brigens dem Finanzausschuss seit zwei Jahren immer wieder mit dessen Zustimmung vorgetragen habe, und dem, mit dem Sie jetzt davon abr&amp;#252;cken wollen. Ich habe das auch im Zusammenhang mit dem Konsolidierungsbericht des Landesrechnungshofes immer wieder dargestellt. Da ist zum einen die Systematik der Methode der Trendsteuereinnahmen, die ich bef&amp;#252;rworte und unserer Finanzplanung zugrunde lege, zum anderen die Regelung,
wie sie der Bund f&amp;#252;r die Verwaltungsvereinbarung verlangt hat. Das ergibt in der Verschuldungsm&amp;#246;g-lichkeit f&amp;#252;r alle Jahre in dem Zeitfenster von 2010 bis 2020 einen Unterschied in H&amp;#246;he von 1,1 Milliarden €. Das hei&amp;#223;t, es gibt die M&amp;#246;glichkeit, mit dem System des Bundes auf dieser ganzen Strecke mehr Schulden zu machen. 

(Zuruf der Abgeordneten Monika Heinold [B&amp;#220;NDNIS 90/DIE GR&amp;#220;NEN])

Wir haben das immer wieder ausdiskutiert. Ich nenne Ihnen jetzt alle drei Varianten. Wenn Sie das f&amp;#252;r die restliche Zeit, die noch vor uns liegt, weil wir 2012 erstens schon eine Haushaltsphase hinter uns haben werden und auch noch eine Planungsphase vor uns haben - n&amp;#228;mlich f&amp;#252;r dieses Jahr -, n&amp;#228;mlich ab 2013, berechnen, kommen Sie ungef&amp;#228;hr auf Ihre knapp 600 Millionen € mehr Verschuldungsm&amp;#246;glichkeit als wir. Dann kommt die dritte Variante hinzu, das ist meine. Ich sage, gegen&amp;#252;ber der Finanzplanung, die ich vorgelegt habe, ist das f&amp;#252;r die restliche Strecke ein Unterschied in H&amp;#246;he von 1,8 Milliarden € Verschuldungsm&amp;#246;glichkeit. Ich mache darauf aufmerksam, weil immer wieder vergessen wird, welche Wirkung der Zinshebel hat. 

W&amp;#252;rde man gegen&amp;#252;ber meiner Finanzplanung Ihre Variante w&amp;#228;hlen und tats&amp;#228;chlich diesen Rahmen in H&amp;#246;he von 1,8 Milliarden € Mehrverschuldung bis 2020 aussch&amp;#246;pfen, w&amp;#252;rde das allein bis zum Jahr 2020 500 Millionen € mehr Zinsen kosten, die Sie gar nicht h&amp;#228;tten, die Sie von den 1,8 Milliarden €
bezahlen m&amp;#252;ssten. Sehen Sie einmal, das ist genau der Punkt, auf den ich immer wieder hinweise.

(Zuruf der Abgeordneten Monika Heinold [B&amp;#220;NDNIS 90/DIE GR&amp;#220;NEN])

Wir haben schon genug Schulden, wir brauchen nicht noch mehr.

(Beifall bei CDU und FDP)

Wir m&amp;#252;ssen vor allen Dingen daf&amp;#252;r sorgen, dass wir nicht durch eine h&amp;#246;here als unbedingt notwendige Verschuldung in den n&amp;#228;chsten Jahren ein Zinsrisiko eingehen, das wir nicht mehr beherrschen k&amp;#246;nnen. 

Nun haben wir von unserem &quot;Marktschreier Ralf&quot; hier noch einen Vortrag geh&amp;#246;rt, der wieder darauf abgestellt hat, wir sollten nicht nur die Ausgaben im Auge haben. Das haben wir &amp;#252;brigens auch nicht. Ausgabedisziplin ist nur eine Seite der Medaille.

Die Zukunftsf&amp;#228;higkeit zu bef&amp;#246;rdern - auch in dem Sinne, wie das Wolfgang Kubicki gesagt hat; das k&amp;#246;nnen Sie sich ja einmal angucken - -

(Zurufe von SPD und B&amp;#220;NDNIS 90/DIE GR&amp;#220;NEN)

- Ja, Herr Stegner, ich wei&amp;#223;, warum Sie da so abf&amp;#228;llig grinsen. Gucken Sie sich einmal die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts von Schleswig-Holstein und dem Rest der Republik in der Zeit an, in der Sie hier regiert haben. Dann werden Sie feststellen m&amp;#252;ssen, dass wir mit Ihrer Politik den Anschluss an alle anderen L&amp;#228;nder, an den Rest der Republik, Anfang der 90er-Jahre verloren haben.

(Beifall bei CDU und FDP)

Es ist notwendig, dass wir diesen Anschluss wieder zur&amp;#252;ckgewinnen. Das bedeutet Haushaltskonsoli-dierung. Was Sie hier immer wieder als Eindruck erwecken wollen - &amp;#252;brigens Sie alle gemeinsam in der versammelten Opposition -, als sei Haushaltskonsolidierung ein Gegensatz zur Zukunftsf&amp;#228;higkeit, ist falsch. Ich sage Ihnen: Nein, das ist genau umgekehrt.

(Zuruf des Abgeordneten Dr. Ralf Stegner [SPD])

Haushaltskonsolidierung ist die Voraussetzung daf&amp;#252;r, dass wir die Zukunftsf&amp;#228;higkeit &amp;#252;berhaupt be-f&amp;#246;rdern k&amp;#246;nnen. Das ist die Situation.

(Beifall bei der CDU und vereinzelt bei der FDP)

Deshalb haben wir f&amp;#252;r die Jahre 2013/14 - Sie haben noch gar nicht gesagt, was Sie da machen wollen, au&amp;#223;er dass Sie mehr Geld ausgeben wollen - gesagt, dass wir 50 Millionen € in diese Zukunftsf&amp;#228;higkeit, in die Verbesserung unserer wirtschaftlichen Infrastruktur, in die Verbesserung der Unterrichts-versorgung stecken wollen. Wir wollen insbesondere auch - im Gegensatz zur rot-gr&amp;#252;nen Zeit - die Landesmittel zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf von 60 Millionen auf &amp;#252;ber 120 Millionen € j&amp;#228;hrlich verdoppeln. Das ist unsere Leistung. Das erreichen wir nur durch Haushalts-konsolidierung - nur dadurch. Ohne diese Konsolidierung m&amp;#252;ssten wir n&amp;#228;mlich mehr Geld f&amp;#252;r Zinsen aufwenden und h&amp;#228;tten dann das Geld nicht mehr zur Verf&amp;#252;gung, um es in die Infrastruktur zu stecken.

(Beifall bei CDU und FDP)

Dann kommt wieder Ihre M&amp;#228;r von den Steuermehreinnahmen, die Sie durch Steuererh&amp;#246;hungen und durch Wiedereinf&amp;#252;hrung von Steuern, die es nicht mehr gibt, weil sie sich nicht bew&amp;#228;hrt haben, er-reichen wollen. Au&amp;#223;erdem wollen Sie neue Steuern einf&amp;#252;hren, die im Augenblick auf europ&amp;#228;ischer Ebene keine Mehrheit finden. Ich halte Ihnen noch einmal vor und kann Ihnen auch nur aus dem Gespr&amp;#228;ch im Rahmen der Finanzministerkonferenz aus der letzten Woche dazu berichten: Ich frage mich, warum Sie uns permanent veranlassen wollen, neue Steuern einzuf&amp;#252;hren, wenn Sie noch nicht einmal die Steuergesetze, die es derzeit gibt und f&amp;#252;r die es Vereinbarungen - beispielsweise mit der Schweiz im Rahmen eines Doppelbesteuerungsabkommens - gibt, umsetzen. 

(Dr. Ralf Stegner [SPD]: Die nichts taugen, Herr Minister!)

Das ist - von einigen wenigen offenen Facetten abgesehen - abschlussreif. Mit ihm w&amp;#252;rde Schleswig-Holstein allein bis 2020 etwa 350 Millionen € mehr erzielen, wenn es zu der in Deutschland angemes-senen Versteuerung des Kapitalverm&amp;#246;gens, das auf Schweizer Bankkonten liegt, k&amp;#228;me. - Da brauchen Sie nicht den Kopf zu sch&amp;#252;tteln. Das genau ist der Sachverhalt, 350 Millionen €! Ich sage noch einmal, weil Sie auch in einem anderen Land derzeit dabei sind, genau den entgegengesetzten Weg zu gehen: Nordrhein-Westfalen bek&amp;#228;me aufgrund dieser Regelung 1,8 Milliarden €. Ich sage Ihnen: Ich finde das v&amp;#246;llig unverst&amp;#228;ndlich, und wir werden in der &amp;#214;ffentlichkeit einen erheblichen Druck auf Sie aus&amp;#252;ben. Darauf k&amp;#246;nnen Sie sich schon freuen.

(Beifall bei CDU und FDP - Zuruf des Abgeordneten Dr. Ralf Stegner [SPD])

Sie haben es in der Zeit, als Sie dieses Land zu regieren versucht haben - was Ihnen kl&amp;#228;glich misslungen ist -, in zehn Jahren, nicht geschafft, das eigene Steueraufkommen anzuheben - in zehn Jahren nicht. Immer 4,9 bis 5,1 Milliarden € - zehn Jahre lang! Wir liegen heute 2 Milliarden € dar&amp;#252;ber. Wir
haben noch nicht das Niveau dessen erreicht, das wir erwartet haben, aber wir haben 2011 das h&amp;#246;chste Steueraufkommen aller Zeiten in Schleswig-Holstein gehabt. Ich denke, wir m&amp;#252;ssen vorsichtig sein, dass wir nicht das, was wir mit viel M&amp;#252;he an wirtschaftlicher Infrastruktur entwickeln, gleich
wieder mit Ihren Steuererh&amp;#246;hungsparolen kaputt machen.

Deshalb machen Sie endlich den Weg in den L&amp;#228;ndern, in denen Sie regieren - das gilt auch, Frau Heinold, f&amp;#252;r die Gr&amp;#252;nen in Baden-W&amp;#252;rttemberg -, daf&amp;#252;r frei, dass wir dieses Doppelbesteuerungsakommen mit der Schweiz abschlie&amp;#223;en und endlich die Mittel bekommen. Im n&amp;#228;chsten Jahr w&amp;#252;rden wir allein daraus gut 200 Millionen € Nachzahlungen f&amp;#252;r zur&amp;#252;ckliegende Steuerbelastungen bekommen.
Das ist der richtige Weg. Dann k&amp;#246;nnen wir sehr wohl dar&amp;#252;ber diskutieren, an welcher Stelle uns diese strukturellen Mehreinnahmen in der Zukunft behilflich sein k&amp;#246;nnen.

(Beifall bei CDU und FDP)

</description>
</item>


<item>
	<title>22. Februar 2012 Erste Lesung zum Ausf&amp;#252;hrungsgesetz zur Schuldenbremse in der Landesverfassung</title>
	<link>http://www.rainerwiegard.de/reden.php?id=265</link>
	<description>Finanzminister Rainer Wiegard: Haushaltskonsolidierung ist Voraussetzung f&amp;#252;r Wachstumspolitik
Vizepr&amp;#228;sidentin Anita Klahn:
Wird das Wort zur Begr&amp;#252;ndung gew&amp;#252;nscht? – Das ist nicht der Fall. Dann er&amp;#246;ffne ich die Grundsatz-beratung und erteile dem Finanzminister, Herrn Rainer Wiegard, das Wort.

Rainer Wiegard, Finanzminister:
Frau Pr&amp;#228;sidentin! Meine Damen, meine Herren! 

(Zurufe: Mikro!)

- Okay. Vielen Dank. Es w&amp;#228;re einem alten Feldwebel aber auch gelungen, hier ohne Mikrofon durch-zudringen. 

Frau Pr&amp;#228;sidentin! Meine Damen und Herren! Eigentlich h&amp;#228;tte es mit den beiden Tagesordnungspunkten heute nicht besser kommen k&amp;#246;nnen. Einerseits k&amp;#246;nnen wir die erfolgreiche Konsolidierungspolitik der Landesregierung f&amp;#252;r das letzte Jahr und ihre Auswirkungen auf die k&amp;#252;nftige Finanzplanung darstellen, andererseits geht es um den soeben verteilten &amp;#196;nderungsantrag der Opposition, mit dem Sie zu der charakterlosen Schuldenpolitik fr&amp;#252;herer Jahre zur&amp;#252;ckkehren wollen.

(Beifall bei CDU und FDP - Lars Harms [SSW]: Dann ist Frau Merkel auch charakterlos!)

Deshalb lassen Sie mich einigerma&amp;#223;en gen&amp;#252;sslich mit dem ersten Teil beginnen. Wir haben im vergangenen Jahr - - Lars Harms, h&amp;#246;r genau zu, davon kann man etwas lernen.

(Andreas Beran [SPD]: Nicht von Ihnen!)

- Ja, passen Sie einmal auf! Wir haben im vergangenen Jahr gegen&amp;#252;ber den Vorjahren den Fehlbetrag in der Erfolgsrechnung halbiert. Wir haben die Neuverschuldung - ich komme gleich darauf, warum das so ist - gegen&amp;#252;ber dem Vorjahr um 820 Millionen € reduziert. 

(Zuruf des Abgeordneten Ulrich Schippels [DIE LINKE])

Wir haben den Nachweis erbracht, dass man mit den eigenen Einnahmen auch die laufenden Ausgaben des Landes finanzieren, also bezahlen kann, und dabei sogar noch einen leichten &amp;#220;berschuss erwirtschaften kann. Das ist anders als in fr&amp;#252;heren Jahren. Das hat es &amp;#252;ber 22 Jahre hinweg in Schleswig-Holstein nicht gegeben. Ich glaube, dass wir deshalb auf einem ausgesprochen guten Weg sind. 

Wir haben bei den Verwaltungsausgaben 40 Millionen € weniger verbraucht als im Vorjahr. Wir ha-benbei den &amp;#252;brigen Ausgaben - wenn man die zus&amp;#228;tzlichen Einnahmen von Dritten einmal abzieht - weitere 60 Millionen € auf der Ausgabenseite reduzieren k&amp;#246;nnen. Damit haben wir pr&amp;#228;zise den Spiel-raum erwirtschaftet, um Schwerpunkte, die f&amp;#252;r das Land in der Zukunft wichtig sind, finanzieren zu k&amp;#246;nnen, beispielsweise die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung in den n&amp;#228;chsten beiden Jahren mit etwa 30 Millionen € und dar&amp;#252;ber hinaus auch den weiteren Ausbau unserer wirtschaftlichen Inf-rastruktur, mit dem wir den verloren gegangenen Anschluss an die Entwicklung anderer L&amp;#228;nder in Deutschland wiederherstellen wollen. 

Dies alles sind Punkte, die belegen, dass der Konsolidierungsweg richtig ist. Wenn Sie allein die ge-gen&amp;#252;ber der Planung nicht gemachten Schulden in H&amp;#246;he von 720 Millionen € in der Finanzplanung  fortrechnen, n&amp;#228;mlich wie viel Zinsen daf&amp;#252;r auf Dauer eingespart werden, sind das j&amp;#228;hrlich etwa - je nachdem, mit welchem k&amp;#252;nftigen Entwicklungszins Sie rechnen, zum Beispiel 4 % - 30 Millionen €, die weniger an aufsteigenden Zinsen gebraucht werden. Hinzu kommt - das ist das Gl&amp;#252;ck des T&amp;#252;chtigen - die Entwicklung an den Kapitalm&amp;#228;rkten, die f&amp;#252;r deutsche Schuldanleihen und damit auch f&amp;#252;r schleswig-holsteinische Schuldanleihen im Augenblick einen guten Weg aufzeigt.

Demgegen&amp;#252;ber, n&amp;#228;mlich dass wir in der Fortf&amp;#252;hrung dieser Konsolidierungspolitik Ihnen ein Ausf&amp;#252;h-rungsgesetz vorgelegt haben, mit dem wir die in den letzten Jahren ge&amp;#252;bte Praxis des Aufstellens der Finanzplanung mit einer bestimmten Methodik, die Einnahme an dem langfristigen Durchschnitt zu orientieren und gravierende steuerrechtliche Ver&amp;#228;nderungen dabei zu ber&amp;#252;cksichtigen, steht nun, dass Sie hier einen Antrag vorgelegt haben, mit dem Sie eben diesen Korridor zur Aufnahme neuer Schulden deutlich erweitern wollen. Das ist ein fatales Spiel mit dem Feuer. Wir brauchen nicht mehr neue Schulden,

(Beifall bei CDU, FDP und des Abgeordneten Andreas Beran [SPD])

das ist n&amp;#228;mlich das einzige, von dem wir in Schleswig-Holstein wahrlich genug haben. Wir sind das nach dem Saarland am h&amp;#246;chsten verschuldete Fl&amp;#228;chenland pro Einwohner in Deutschland.

Wir haben in den vergangenen 40 Jahren, mit besonderer Dramatik in den letzten 20 Jahren, eine Aufh&amp;#228;ufung von Schulden erlebt, mit der wir heute kaum noch fertig werden. Wir haben im vergan-genen Jahr 940 Millionen € aufwenden m&amp;#252;ssen, um die Zinsen f&amp;#252;r diese alten Schulden zu bezahlen, und wir k&amp;#246;nnen nur froh sein, dass wir durch den &amp;#220;berschuss in dem eigenfinanzierten Haushalt in der Lage waren, dies zu bew&amp;#228;ltigen, indem wir bei 940 Millionen € Altlastenbelegung &quot;nur&quot; 550 Milli-onen neue Schulden machen mussten. 

Man mag sich gar nicht vorstellen, was es bedeuten w&amp;#252;rde, wenn wir in eine Situation kommen w&amp;#252;rden, dass wir nicht mehr wie in diesen Monaten unsere 3,5 Millionen € Bruttokreditaufnahme zu etwa 1,6 %, 1,7 % oder 2 % Zinsen bew&amp;#228;ltigen m&amp;#252;ssten, sondern dass wir daf&amp;#252;r 5 % aufwenden m&amp;#252;ssten. Deshalb muss die Lehre aus diesen Erfahrungen in der Vergangenheit sein, dass wir konsequent damit aufh&amp;#246;ren, immer wieder neue Schulden auf die alten draufzupacken. 

(Beifall bei CDU und FDP)

Wir waren hier schon viel weiter, als wir das heute sind, insbesondere nach dem Vorschlag, den Sie uns heute auf den Tisch gelegt haben. &amp;#220;berschl&amp;#228;gige Berechnungen zwischen der Finanzplanung, die wir insbesondere gestern durch die Eckwerte bis 2014 festgelegt haben, und dem, was Sie sich an Korridor f&amp;#252;r neue Verschuldung erm&amp;#246;glichen wollen bis 2020, sind das etwa 1,8 Milliarden € zus&amp;#228;tzlich. 

(Wolfgang Kubicki [FDP]: Wir haben es ja!)

Da Sie diese ja nicht haben, sondern am Kapitalmarkt aufnehmen m&amp;#252;ssen, m&amp;#252;ssen Sie, wenn es ganz normal mit der Zinsentwicklung in den n&amp;#228;chsten Jahren kommt, noch einmal 500 Millionen € f&amp;#252;r Zins und Zinseszins allein bis 2020 draufpacken. 

Deshalb, meine Damen und Herren, sage ich: Die Katze ist aus dem Sack. Sie haben deutlich gemacht, wohin Sie wollen. Sie wollen zur&amp;#252;ck zu der Schuldenpolitik, die Sie hier in fr&amp;#252;heren Jahren schon be-trieben haben.

(Beifall bei CDU und FDP) 

Wissen Sie, das, was mich an diesem Punkt ganz besonders auf die Palme bringt, ist, wenn ich jeden Monat hier von Ihnen die Forderung nach neuen Steuern h&amp;#246;re, nach der Wiedereinf&amp;#252;hrung allseits bereits nicht mehr praktizierter Steuern, nach Steuererh&amp;#246;hungen, jetzt nach der M&amp;#246;glichkeit, die Kreditaufnahmezul&amp;#228;ssigkeit zu erh&amp;#246;hen, w&amp;#228;hrend Sie gleichzeitig in den L&amp;#228;ndern, in denen Rot und Gr&amp;#252;n regieren, im Bundesrat die Zustimmung dazu verweigern, dass wir die deutschen Steuergesetze da anwenden, wo wir bereits vorliegende Vereinbarungen haben, beispielsweise in der Schweiz.

(Beifall bei CDU und FDP)

Sie haben dazu heute sogar einen Antrag vorgelegt. Ich finde es schon einigerma&amp;#223;en dramatisch: Da gibt es bestehende deutsche Steuergesetze, und die Schweiz ist bereit, diese deutschen Steuergesetze anzuwenden, das hei&amp;#223;t, die Abgeltungssteuer auf Kapitalertr&amp;#228;ge an uns abzuf&amp;#252;hren einschlie&amp;#223;lich des Solidarit&amp;#228;tszuschlags.

Wenn Sie nur oberfl&amp;#228;chlich die Zahlen zugrunde legen, die in allen Zeitungen stehen, n&amp;#228;mlich etwa 100 Milliarden € - andere, ich glaube, Sie selbst auch, sprechen von 160 bis 200 Milliarden € -, dann k&amp;#246;nnen wir daraus allein in Schleswig-Holstein mit laufenden Steuereinnahmen von 17 Millionen bis
20 Millionen € pro Jahr rechnen, und wir w&amp;#252;rden f&amp;#252;r die zur&amp;#252;ckliegenden Zeitr&amp;#228;ume einen Einmalbetrag von mehr als 200 Millionen € erzielen, bis zum Ende des Jahres 2020 ein Volumen, das etwa 350 Millionen € ausmacht. Und da sagen Sie einfach Nein! Stattdessen wollen Sie die m&amp;#246;gliche Verschul-dung des Landes wieder erh&amp;#246;hen. Deshalb sagen wir dazu Nein, meine Damen und Herren!

(Beifall bei CDU und FDP)

Ich bedanke mich ausdr&amp;#252;cklich bei Ihnen, dass Sie heute die Katze aus dem Sack gelassen haben, sodass Schleswig-Holstein wei&amp;#223;, wohin Ihr Weg f&amp;#252;hrt.

(Beifall bei CDU und FDP - Wolfgang Kubicki [FDP]: Das h&amp;#228;tten wir machen sollen!)

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</item>


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	<title>Schleswig-Holsteinischer Landtag - TOP 58 – Bericht der Landesregierung - &quot;Auswirkungen des Zukunftsinvestitionsgesetzes auf Schleswig-Holstein&quot;</title>
	<link>http://www.rainerwiegard.de/reden.php?id=244</link>
	<description>Finanzminister Rainer Wiegard: Das Zukunftsinvestitionsprogramm war ein voller Erfolg
Ob OECD, Deutsche Bank oder Wirtschaftsforschungsinstitute – die Prognosen f&amp;#252;r die wirtschaftliche Entwicklung, den Arbeitsmarkt und die Steuereinnahmen waren zu Beginn des Jahres 2009 ausgesprochen d&amp;#252;ster:

•	die Bundesagentur f&amp;#252;r Arbeit bef&amp;#252;rchtete 400.000 zus&amp;#228;tzliche Arbeitslose im Jahr 2009
•	Kurz darauf stieg die Prognose auf bis zu einer Million zus&amp;#228;tzliche Arbeitslose. Ende 2009 w&amp;#252;rde die Vier-Millionen-Marke &amp;#252;berschritten werden.
•	Deutsche Bank und OECD waren sich einig: Ende 2010 w&amp;#252;rden wir in Deutschland wieder f&amp;#252;nf Millionen Arbeitslose haben.
•	Die Steuersch&amp;#228;tzer prognostizierten f&amp;#252;r Schleswig-Holstein j&amp;#228;hrlich eine Milliarde Euro weniger Steuereinnahmen.

Wie wir heute wissen, haben die Institute lediglich einmal mehr ihre Prognosef&amp;#228;higkeit unter Beweis gestellt. Mit der tats&amp;#228;chlichen Entwicklung hatte das jedenfalls nichts zu tun. 

Anstatt &amp;#252;ber f&amp;#252;nf Millionen Arbeitslose hatten wir Ende des abgelaufenen Jahres die h&amp;#246;chste Erwerbt&amp;#228;tigkeit und die h&amp;#246;chste Zahl sozialversicherungspflichtiger Besch&amp;#228;ftigte in der Bundesrepublik, die es seit Bestehen der Republik gegeben hat.  So auch in Schleswig-Holstein. Und hier hatten wir mit 98.700 Arbeitslosen und einer Quote von 6,9% den niedrigsten Stand seit 1992. 

Die Wirtschaft erholte sich im Rekordtempo.

Kein Land ist schneller aus der Krise gekommen als Deutschland.

F&amp;#252;r diese vergleichsweise positive Entwicklung gibt es drei Gr&amp;#252;nde:
1.	Die Tarifpartner haben mit einer moderaten und verantwortungsvollen Lohnpolitik ma&amp;#223;geblich zur Steigerung der Wettbewerbsf&amp;#228;higkeit des Standortes Deutschland beigetragen. 
Zwar geh&amp;#246;ren die L&amp;#246;hne bei uns nach wie vor zu den h&amp;#246;chsten (Platz f&amp;#252;nf in der EU), die Lohnst&amp;#252;ckkosten sind in den vergangenen Jahren jedoch stabil geblieben. Deutschland hatte seine Hausaufgaben gemacht und war ger&amp;#252;stet f&amp;#252;r die Zeit nach der Krise.

2.	Die Wirtschaft in unserem Land hat sich in der Krise sehr verantwortungsbewusst gezeigt. Trotz des historischen Wirtschaftseinbruches und der schlechten Prognosen verzichteten zahlreiche Unternehmen auf Entlassungen und versuchten stattdessen, die Krise mit Kurzarbeit und flexiblen Arbeitskonten zu &amp;#252;berstehen – mit Erfolg, wie sich wenig sp&amp;#228;ter herausstellte.
Au&amp;#223;erdem war die Struktur der deutschen Wirtschaft ein Trumpf. Unser starker Mittelstand zeigte sich sehr robust und war ma&amp;#223;geblich f&amp;#252;r die rasche &amp;#220;berwindung der Rezession verantwortlich.

Unternehmern und Arbeitnehmern gilt daher unser Dank. Sie alle haben Deutschland mit ihrem Einsatz und ihrem Handeln auf Kurs gehalten.

3.	Der dritte Grund f&amp;#252;r die vergleichsweise positive Entwicklung in Deutschland war das aktive Eingreifen der Politik. 
2009 wurde ein beispielloses Konjunkturpaket geschn&amp;#252;rt. Darin wurden sinnvolle und &amp;#228;u&amp;#223;erst wirksame Ma&amp;#223;nahmen mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro vereinbart: 

•	Entlastung der privaten Haushalte 
(Senkung der Einkommensteuer, Kinderbonus etc.)
•	Kredit- und B&amp;#252;rgschaftsprogramm f&amp;#252;r die Wirtschaft 
(Zentrales Innovationsprogramm, St&amp;#228;rkung Pkw-Nachfrage etc.)
•	Qualifikationsoffensive f&amp;#252;r die Arbeitnehmer 
(Ausgestaltung Kurzarbeit, Qualifizierungsma&amp;#223;nahmen etc.)

•	Neben zahlreichen anderen Ma&amp;#223;nahmen sind insbesondere die Zukunftsinvestitionen im geplanten Umfang von 14 Milliarden Euro hervorzuheben. Insgesamt zehn Milliarden Euro stellte der Bund f&amp;#252;r Zukunftsinvestitionen der L&amp;#228;nder und Kommunen zur Verf&amp;#252;gung.

Der Ihnen vorliegende Bericht beschreibt die entsprechenden Ma&amp;#223;nahmen in Schleswig-Holstein.

Auf Schleswig-Holstein entfielen von den zehn Milliarden Euro 323 Millionen Euro. Zusammen mit den Mitteln von Land, Kommunen und Dritten stand ein Finanzierungsvolumen von knapp 500 Millionen Euro im &amp;#246;ffentlichen Bereich zur Verf&amp;#252;gung (0,68 Prozent des BIP). Hinzu kommen die privaten Investitionen in diesem Zusammenhang.

Da sich Land und Kommunen &amp;#252;ber ihren Kofinanzierungsanteil hinaus engagierten, wurde das urspr&amp;#252;nglich erwartete Volumen von 433 Millionen Euro deutlich &amp;#252;berschritten. Das ist eine hervorragende Leistung, f&amp;#252;r die ich insbesondere den Kommunen danken m&amp;#246;chte. 

Dieser zus&amp;#228;tzliche Impuls war nicht zu erwarten und deshalb umso wertvoller. Zu Recht entfiel daher auch der Gro&amp;#223;teil des Gesamtvolumens – 360 Millionen Euro – auf kommunale Investitionen. 130 Millionen Euro standen f&amp;#252;r Landesinvestitionen zur Verf&amp;#252;gung. 

Das Ziel der Zukunftsinvestitionen war in erster Linie die Umsatzr&amp;#252;ckg&amp;#228;nge im privaten Sektor – insbesondere im Baugewerbe – auszugleichen und die Auftragslage des Handwerks und anderer mittelst&amp;#228;ndischer Unternehmen zu stabilisieren. 

Das ist gelungen: Der gr&amp;#246;&amp;#223;te Teil der Auftr&amp;#228;ge ist an Firmen aus Schleswig-Holstein gegangen. Arbeitspl&amp;#228;tze konnten gesichert und krisenbedingte Unternehmensinsolvenzen verhindert werden. So stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2009 um lediglich 89 an.

Doch nicht nur kurzfristige &amp;#220;berlegungen standen im Fokus. Die Zukunftsinvestitionen sollten auch nachhaltig ihre Wirkung entfalten. Auch das ist gelungen:

•	Durch den Ausbau der Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur wurden die Bildungschancen von Kindern dauerhaft verbessert.
•	Investitionen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben den Forschungs- und Wissenschaftsstandort gest&amp;#228;rkt und geholfen, den in den 90er Jahren entstandenen R&amp;#252;ckstand aufzuholen.
•	Durch zahlreiche Ma&amp;#223;nahmen zur energetischen Sanierung werden die Energiekosten von Land, Kommunen und privaten Tr&amp;#228;gern dauerhaft gesenkt.

So standen f&amp;#252;r 349 Vorhaben im Bereich der fr&amp;#252;hkindlichen Betreuungsinfrastruktur 51,2 Millionen Euro und f&amp;#252;r 450 Vorhaben zur Verbesserung der Schulinfrastruktur 192 Millionen Euro zur Verf&amp;#252;gung. 

Hinzu kommen rund 86 Millionen Euro f&amp;#252;r Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wie beispielsweise f&amp;#252;r den Neubau eines Seminargeb&amp;#228;udes f&amp;#252;r die Christian-Albrechts-Universit&amp;#228;t zu Kiel. 

Insgesamt wurden 337 Millionen Euro zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur eingesetzt. 
Dar&amp;#252;ber hinaus wurden rund 161 Millionen Euro f&amp;#252;r die Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt. 
Davon entfielen 
•	34,8 Millionen Euro auf die energetische Sanierung von Krankenh&amp;#228;usern, 
•	55 Millionen Euro auf den St&amp;#228;dtebau,
•	13 Millionen Euro auf Stra&amp;#223;en- und Wegebau,
•	2,5 Millionen auf den Ausbau des Breitbandnetzes sowie
•	rund 39 Millionen Euro auf sonstige Investitionsma&amp;#223;nahmen

Von den insgesamt 1.300 Ma&amp;#223;nahmen, die nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz gef&amp;#246;rdert wurden, haben alle Kreise und kreisfreien St&amp;#228;dte anteilig profitiert, wobei geringe strukturpolitische Effekte erzielt werden konnten. 

Wir haben mit den genannten Investitionen nicht nur die Konjunktur stimuliert. 

Konjunkturpaket und Zukunftsinvestitionen haben einen ma&amp;#223;geblichen Beitrag zur &amp;#220;berwindung der gr&amp;#246;&amp;#223;ten Wirtschaftskrise geleistet, die die freie Welt je erlebt hat - und gleichzeitig die Wettbewerbsf&amp;#228;higkeit unserer Volkswirtschaft – und damit unsere Zukunftsf&amp;#228;higkeit - gest&amp;#228;rkt. 

Die Politik hat in Zeiten der Krise ihre Handlungsf&amp;#228;higkeit unterstrichen und mit den richtigen Entscheidungen m&amp;#246;gliche Fehlentwicklungen korrigiert. Deutschland ist gest&amp;#228;rkt aus der Krise hervorgegangen. 

Im abgelaufenen Jahr haben wir – auch deshalb - rund 350 Millionen Euro Steuern mehr eingenommen als im Vorjahr. 

Diese Mehreinnahmen m&amp;#252;ssen wir jetzt nutzen, um die zus&amp;#228;tzliche Verschuldung wieder zur&amp;#252;ckzuf&amp;#252;hren, die zur Bew&amp;#228;ltigung der Krise geplant und eingesetzt wurde.

Das Zukunfts-Investitionsprogramm ist seinem Namen gerecht geworden. 
Es war die richtige Antwort der Politik auf die entscheidenden aktuellen und Zukunftsfragen.
Es war ein Erfolg f&amp;#252;r Schleswig-Holstein. Und f&amp;#252;r Deutschland.


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</item>


<item>
	<title>Debatte &amp;#252;ber Haushaltskonsolidierung im Landtag</title>
	<link>http://www.rainerwiegard.de/reden.php?id=238</link>
	<description>Rainer Wiegard: Rot-gr&amp;#252;ne Steuererh&amp;#246;hungen k&amp;#246;nnen stetige wirtschaftliche Entwicklung nicht ersetzen 
Frau Pr&amp;#228;sidentin, meine Kolleginen und Kollgen,
der Stabilit&amp;#228;tsrat hat im Fr&amp;#252;hjahr die Haushaltsberichte des Bundes und der 16 L&amp;#228;nder gepr&amp;#252;ft und anhand von vier Kennziffern f&amp;#252;r vier Bundesl&amp;#228;nder eine drohende Haushaltsnotlage festgestellt. Darunter auch Schleswig-Holstein. Die vergangenheitsbezogenen Kennziffern – Schuldenstand je Einwohner und das daraus folgende Verh&amp;#228;ltnis von hohen Zinsausgaben zu Steuereinnahmen – sind die eigentlichen Probleme im Haushalt Schleswig-Holsteins. Im Jahre 2011 werden wir wieder neue Schulden nur aufnehmen m&amp;#252;ssen, um damit die Zinsen f&amp;#252;r die Altschulden zu bezahlen. Die Vergangenheit hat unser Land unerbittlich im Griff. Deshalb mu&amp;#223; Schleswig-Holstein mit dem Stabilit&amp;#228;tsrat ein Sanierungsprogramm vereinbaren, das bis 2016 gilt, die j&amp;#228;hrlichen Defizitabbauschritte und die dazu erforderliche Vorhabenplanung beinhaltet. J&amp;#228;hrlich zweimal m&amp;#252;ssen wir an den Stabilit&amp;#228;tsrat &amp;#252;ber die Einhaltung des Defizitabbaupfades berichten. 

Die gegenwarts- und zukunftsbezogenen Kennziffern zeigen sich demgegen&amp;#252;ber positiv: Das Finanzdefizit  wie auch die Kreditfinanzierungsquote liegen unterhalb der festgestellten Schwellenwerte. Dementsprechend ist der Ausblick des Stabilit&amp;#228;tsrates hierzu positiv. 

Diese Entwicklung kommt jedoch nicht von ungef&amp;#228;hr.

Denn die Begrenzung der Ausgaben erfolgt nach einer klaren Struktur. Die im langfristigen Durchschnitt erzielbaren Steuereinnahmen, die Verwaltungseinnahmen und die j&amp;#228;hrlich abnehmende, max. zul&amp;#228;ssige Neuverschuldung stellen die absolute Ausgabengrenze dar.
 
Diese klare Finanzstruktur gibt Sicherheit – auch in Jahren mit geringeren Einnahmen als im langfristigen Durchschnitt.

Sie ist allerdings vor allem eine klare Ansage f&amp;#252;r Jahre mit &amp;#252;berdurchschnittlichen Einnahmen. 

N&amp;#228;mlich: &amp;#220;berdurchschnittliche Einnahmen stehen nicht f&amp;#252;r Ausgaben zur Verf&amp;#252;gung, sondern reduzieren die Verschuldung. Und damit wird das Hauptproblem des Schleswig-Holsteinischen Haushaltes angegangen. Der k&amp;#252;nftige Zinsaufwand  - und vor allem – der Zinsaufwand aus k&amp;#252;nftigem Zinsrisiko wird reduziert.

Mit dem Doppelhaushalt 2011/2012 haben wir das strukturelle Defizit – im ersten von f&amp;#252;nf Schritten – von 1,32 Milliarden Euro auf 850 Millionen Euro abgesenkt. Das entspricht einer Reduzierung von 450 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren! Im Rahmen des Sanierungsprogramms f&amp;#252;hren wir diesen Kurs bis 2016 konsequent fort. 

Dazu ergreifen wir eine Reihe von Ma&amp;#223;nahmen:
•	Der Abbau von &amp;#252;ber 3.100 Stellen im Landesdienst
•	Das Erzielen von Effizienzgewinnen in der Hochschulverwaltung und der Stra&amp;#223;enbauverwaltung
•	Die weitere Effektivierung und Konzentration der Wirtschaftsf&amp;#246;rderung
•	Die Angleichung der Zahl der vorklinischen und klinischen Medizinstudienpl&amp;#228;tze
•	Begrenzung des Kostenanstiegs bei der Eingliederungshilfe
•	Die Streckung &amp;#246;ffentlicher Hochbauma&amp;#223;nahmen
•	und eine Vielzahl von Ma&amp;#223;nahmen im Bereich der Zuweisungen und Zusch&amp;#252;sse, z.B. Landesforsten, Landwirtschaftskammer

Auf der Ausgabenseite erfahren unsere Kommunen und das Land auch Entlastung durch den Bund. Der &amp;#252;bernimmt ab 2014 vollst&amp;#228;ndig die Lasten der Grundsicherung. Das bringt f&amp;#252;r die Kommunen des Landes ab 2014 gut 120 Millionen Euro, f&amp;#252;r das Land  

Zugleich verbessern wir die strukturelle Einnahmebasis durch die Erh&amp;#246;hung der Grunderwerbsteuer von 3,5 auf f&amp;#252;nf Prozent.

Das Sanierungsprogramm zeigt – wie auch der Finanzplan –, dass Schleswig-Holstein sich auf einem guten Weg befindet. Wir gehen das Thema Konsolidierung konsequent und nicht halbherzig an. 

Die geplante Kreditaufnahme f&amp;#252;r die Jahre 2013 bis 2015 liegt jeweils rund 200 Millionen Euro unter der zul&amp;#228;ssigen H&amp;#246;chstgrenze. Das gibt Sicherheit auch bei wechselhafter konjunktureller Entwicklung.

Und wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung verstetigt und die Zinsentwicklung moderat bleibt dann haben wir – bei strikter Ausgabendisziplin - eine gute Chance, fr&amp;#252;her als geplant ohne neue Schulden auszukommen. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir auch fr&amp;#252;her als geplant mit dem Abbau des l&amp;#228;hmenden Schuldenberges beginnen k&amp;#246;nnen.

Vor diesem Hintergrund ist es denn auch wenig &amp;#252;berraschend, dass der Stabilit&amp;#228;tsrat die Konsolidierungsanstrengungen des Landes hervorhebt. So hei&amp;#223;t es in der Bewertung des Evaluationsausschusses: 
&quot;Das Sanierungsprogramm Schleswig-Holsteins ist eine geeignete Grundlage f&amp;#252;r das &amp;#220;berwinden einer drohenden Haushaltsnotlage und das Erreichen eines ausgeglichenen Haushaltes 2020.&quot; 

Der Stabilit&amp;#228;tsrat &quot;begr&amp;#252;&amp;#223;t die im Sanierungsprogramm vorgesehenen Konsolidierungsma&amp;#223;nahmen ausdr&amp;#252;cklich und empfiehlt, diese konsequent umzusetzen.&quot; 

Das k&amp;#246;nnen Sie alles nachlesen! Ich denke, dass diese Formulierungen f&amp;#252;r sich sprechen und Beleg f&amp;#252;r die erfolgreiche Arbeit dieser Landesregierung und der sie tragenden Fraktionen sind.

In dem Sanierungsprogramm wird aber nicht nur deutlich, dass wir die Vorgaben des Stabilit&amp;#228;tsrates einhalten, sondern auch, dass es mit dieser Landesregierung kein blindes Sparen an allen Ecken und Kanten geben wird. 

Die voraussichtliche Einnahmeentwicklung in diesem Jahr macht deutlich, dass eine stetige wirtschaftliche Entwicklung die Voraussetzung f&amp;#252;r ausgeglichene Haushalte ist. 
Keine neue Steuer, keine Steuererh&amp;#246;hung und keine Ausgabek&amp;#252;rzung kann die Einnahmeentwicklung ersetzen, die wir durch stetiges wirtschaftliches Wachstum erzielen. Dies zu st&amp;#228;rken, ist unsere erste Herausforderung. 

Deshalb geht es neben konsequenter Ausgabendisziplin vorrangig um den Ausbau der wirtschaftlichen Infrastruktur; 
um notwendige Verkehrswege, 
um schnelle Datennetze und 
um sichere Stromversorgung. 

Zugleich gilt es, 
Forschung und Entwicklung im Land zu st&amp;#228;rken 
und die Bildungschancen der Kinder durch mehr Qualit&amp;#228;t im Bildungssystem zu verbessern, damit sie im weltweiten Wettbewerb um die besten Jobs mithalten k&amp;#246;nnen. 

Und wir m&amp;#252;ssen den jungen Familien erm&amp;#246;glichen, ihre famili&amp;#228;ren Pflichten mit ihren beruflichen Aufgaben vereinbaren zu k&amp;#246;nnen. 

Noch nie flossen so viele Mittel in den Ausbau der Infrastruktur wie in den letzten Jahren – ob Breitband, Stra&amp;#223;enbau, Schienenverkehr oder Wasserwege.

Noch nie wurde so viel Geld f&amp;#252;r die Kindertagesbetreuung ausgegeben. Allein im aktuellen Finanzplanungszeitraum sind es fast 700 Millionen Euro.

Wir schlie&amp;#223;en die strategische L&amp;#252;cke bei der Polizei und richten daf&amp;#252;r 160 Stellen neue Stellen ein. Im &amp;#220;brigen: Das ist seit eineinhalb Jahren Beschlusslage – auch wenn das f&amp;#252;r einige Anwesende neu sein mag.  

Die Unterrichtsversorgung ist auf einem historisch hohen Niveau, das wir trotz Haushaltskonsolidierung halten werden. 

Das alles legen wir Ihnen im Finanzplan und im Sanierungsprogramm transparent und schonungslos dar, jeder kann das nachlesen. 

Und nur durch Konsequenz und Transparenz werden wir unseren Teil dazu beitragen, das Vertrauen in die politische Handlungsf&amp;#228;higkeit st&amp;#228;rken. 

Das war nicht immer so – wie ein R&amp;#252;ckblick in die Vergangenheit ebenso zeigt wie ein Ausblick auf ungedeckte Ausgabeversprechungen.



</description>
</item>


<item>
	<title>Debatte zum Streikrecht f&amp;#252;r Beamte im Landtag</title>
	<link>http://www.rainerwiegard.de/reden.php?id=214</link>
	<description>Finan zminister Rainer Wiegard: Kommt Streikrecht - F&amp;#228;llt Beamtenrecht
Frau Pr&amp;#228;sidentin, meine Kolleginnen und Kollegen,

ich will zun&amp;#228;chst unsere Beamtinnen und Beamten in Schutz nehmen vor diesem Antrag, damit nicht der Eindruck erweckt wird, er k&amp;#228;me von ihnen. Nein, die Beamten haben damit nichts zu tun und d&amp;#252;rfen deshalb auch nicht daf&amp;#252;r in Haftung genommen werden. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Peter Heesen, stellt zum Streikverbot fest: &quot;Unser Land muss im Sinne der B&amp;#252;rgerinnen und B&amp;#252;rger funktionsf&amp;#228;hig bleiben. Das geht aber nur, wenn den Beamtinnen und Beamten Streiks grunds&amp;#228;tzlich untersagt bleiben.&quot;

Das Berufsbeamtentum ist ein wesentlicher Stabilit&amp;#228;tsfaktor unserer Gesellschaft. Es hat Verfassungsrang. 

Zu den im Grundgesetz ausdr&amp;#252;cklich genannten &quot;hergebrachten Grunds&amp;#228;tzen des Berufsbeamtentums&quot; z&amp;#228;hlt auch das Streikverbot. Das hat das Bundesverfassungsgericht mehrfach und zuletzt vor vier Jahren best&amp;#228;tigt. 

Das Streikrecht f&amp;#252;r Beamte ist 
rechtlich nicht zul&amp;#228;ssig, 
inhaltlich nicht geboten und 
wird selbst von den Betroffenen weit &amp;#252;berwiegend abge-lehnt. 
Zusammengefasst bedeutet das: 
Kommt Streikrecht – F&amp;#228;llt Beamtenrecht.

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</item>


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